
Neue Sicherheitsmaßnahmen für E-Mail: Teil 2
Im ersten Teil dieses Artikels behandelten wir zentrale Technologien wie Mail Gateway, Antispam-Filter, DKIM und SPF zum Schutz geschäftlicher E-Mail. In diesem zweiten Teil geht es um ergänzende Protokolle wie DANE, MTA-STS und BIMI, die die Sicherheit der E-Mail-Kommunikation verstärken, sowie um weitere fortgeschrittene Maßnahmen für robusteren Schutz.
TLS-Verbindungen absichern
Das Protokoll DANE (DNS-based Authentication of Named Entities) erhöht die Sicherheit von E-Mail, indem es sicherstellt, dass Verbindungen zwischen Mail-Servern per TLS (Transport Layer Security) erfolgen. DANE nutzt DNSSEC (DNS Security Extensions), um die Echtheit von TLS-Zertifikaten zu prüfen und Angriffe mit gefälschten Servern zu erschweren.
Vorteile von DANE:
- Schutz vor Man-in-the-Middle (MitM)-Angriffen.
- Stärkere Authentifizierung der Sicherheitszertifikate.
Nachteile:
- DNSSEC und DANE erfordern eine fortgeschrittene DNS-Konfiguration.
- Nicht alle Mail-Provider unterstützen DANE, was die Verbreitung begrenzt.
Ein weiteres wichtiges Protokoll für sichere Server-zu-Server-Verbindungen ist MTA-STS (Mail Transfer Agent Strict Transport Security). Es erzwingt TLS in SMTP-Kommunikation und verhindert unverschlüsselten Versand.
Vorteile:
- Verhindert Downgrade-Angriffe, bei denen Angreifer unverschlüsselte Verbindungen erzwingen wollen.
- Sichert zu, dass Mails zwischen Servern möglichst verschlüsselt übertragen werden.
Zu beachten:
- MTA-STS ist relativ einfach umzusetzen, erfordert aber korrekt konfiguriertes DNS und TLS auf dem Server.
- Im Gegensatz zu DANE ist keine DNSSEC-Abhängigkeit nötig – die Konfiguration vereinfacht sich.
Der TLSA-Record zusammen mit DANE hilft Administratoren, vertrauenswürdige Zertifikate für TLS-Verbindungen zu validieren. So lassen sich Abfangversuche mit gefälschten Zertifikaten erschweren.
Vorteile:
- Verifizierung des vom Mail-Server genutzten Zertifikats.
- Zusätzliche Authentifizierungsebene für TLS-Verbindungen.
BIMI: Authentizität und Branding in E-Mail
BIMI (Brand Indicators for Message Identification) verbessert nicht nur die Sicherheit, sondern auch den Markenwert: Authentische Mails können das Markenlogo im Mail-Client anzeigen. Das Protokoll stärkt visuelle Vertrauenswürdigkeit und hilft, Phishing zu erschweren.
Wichtig:
- Mehr Vertrauen durch ein verifiziertes Logo in der Mailbox.
- Besseres Branding und höhere Sichtbarkeit der Marke.
- BIMI setzt korrekt implementiertes DMARC voraus; fehlerhafte SPF- oder DKIM-Konfiguration beeinträchtigt die Funktion.
Greylisting: temporärer Filter gegen Spam
Greylisting verzögert die Zustellung von Mails unbekannter Absender kurzzeitig. Legitime Systeme versuchen die Zustellung erneut; viele Spam-Bots tun das nicht – dadurch wird ein Großteil automatisierten Spams blockiert.
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
2FA schützt auch Mail-Sessions vor unbefugtem Zugriff – selbst wenn Zugangsdaten kompromittiert wurden.
DANE, MTA-STS, BIMI und andere fortgeschrittene Maßnahmen ergänzen die im ersten Teil genannten Protokolle (SPF, DKIM, Mail Gateway). In Kombination entsteht ein ganzheitlicher Ansatz für das Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Usability.
E-Mail-Sicherheit entwickelt sich ständig weiter. Während SPF, DKIM und Antispam-Filter unverzichtbar sind, fügen DANE, MTA-STS und BIMI zusätzliche Schutz- und Sichtbarkeitsebenen hinzu. Administratoren sollten kontinuierlich prüfen und Konfigurationen an neue Angriffstaktiken anpassen. Nur ein integrierter Ansatz aus bewährten und neuen Verfahren gewährleistet robusten Schutz für geschäftliche E-Mail.
Das Gleichgewicht zwischen Sicherheit, Authentizität und Benutzerfreundlichkeit ist entscheidend für eine gute Nutzererfahrung und die Integrität digitaler Kommunikation.
Mehr dazu in unserem Blog und in den kommenden Beiträgen!